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Ernährung im Alter

Gesunde Ernährung im Alter verlängert das Leben: Welche sozialen Faktoren dafür wichtig sind, erforscht ein HM-Forschungsteam (Bild: PantherMedia/nd3000)
Gesunde Ernährung im Alter verlängert das Leben: Welche sozialen Faktoren dafür wichtig sind, erforscht ein HM-Forschungsteam (Bild: PantherMedia/nd3000)

[11|05|2022]

HM-Forscher untersuchen die sozialen Faktoren ungesunden Ernährungsverhaltens

 

Jeder fünfte Mensch weltweit stirbt infolge ungesunder Ernährung. Welche sozialen Faktoren für riskantes Ernährungsverhalten bei über 65-Jährigen entscheidend sind, untersuchen die HM-Forscher Christoph Geigl und Christian Janßen mit Kollegen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Universität Regensburg. Denn nach bisheriger Studienlage könnte jeder fünfte vorzeitige Todesfall weltweit durch ein verbessertes Ernährungsverhalten verhindert werden. Das international renommierte Fachjournal Nutrients publizierte vor Kurzem die Forschungsergebnisse.

 

Ernährung unter die Lupe nehmen

Der Gesundheitswissenschaftler Christoph Geigl ist Doktorand in der HM-Forschungsgruppe von Prof. Dr. Christian Janßen, die in Kooperation mit dem RKI und der Universität Regensburg in einer umfangreichen Studie das Ernährungsverhalten älterer Menschen erforschte. In einer aufwändigen statistischen Analyse untersuchten sie den Zusammenhang zwischen sozialen Faktoren und dem riskanten Ernährungsverhalten bei älteren Erwachsenen ab 65 Jahren. Die Daten der Analyse stammen aus einer schriftlich-postalischen Erhebung.

 

Index zur Erfassung von ungesundem Ernährungsverhalten

„In Analysen anderer Wissenschaftler ist uns aufgefallen, dass vor allem eine Ernährung mit einem Mangel an Gemüse, Obst, Vollkorn- und Milchprodukten etwa 65 Prozent aller ernährungsbedingten Todesfälle weltweit verursacht“, sagt Geigl zum Ausgangspunkt der Studie. Die Forschungsgruppe entwickelte deshalb auf Grundlage dieser Lebensmittelgruppen einen vereinfachten Index, um das ernährungsbedingte Risikoverhalten von Bevölkerungsgruppen möglichst einfach einzuschätzen. Studienleiter Prof. Dr. Christian Janßen ergänzt: „Ziel war es, einen übersichtlichen Index zu entwickeln, der sich ressourcenschonend in bevölkerungsrepräsentativen Gesundheitsstudien einsetzen lässt.“

 

Insgesamt beteiligten sich 1687 Personen an der Befragung, was im Verhältnis zu vergleichbaren Erhebungen ein sehr guter Rücklauf von etwa 33 Prozent ist. Die Forscher gehen davon aus, dass die Daten durch diese Erhebungsform von besonderer Güte sind, da sich viele ältere Menschen große Mühe gegeben hätten, den Fragebogen gewissenhaft auszufüllen. Aber kein Grund zur Sorge: Das Ernährungsverhalten lässt sich durch spezifische Interventionen bis ins hohe Alter wirksam verbessern.

 

 

Christiane Taddigs-Hirsch / Julia Blabl

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